Allgemein · Alltag

Die Welt hinter dem Spiegel oder warum die Tauben beim Gehen nicken

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Ist es schon mal jemandem aufgefallen, dass die Welt um uns herum voller Spiegel ist? Ist es nicht merkwürdig, dass wir an keinem Spiegel vorbeigehen können ohne uns nur eine winzige Winzigkeit einer Sekunde darin in unsrer voller Pracht und Herrlichkeit zu begutachten? Wie oft kann man(n) sich in den sich gegenüberliegenden Spiegel wiederspiegeln? Ist die Unendlichkeit unendlich? Ich persönlich liebe Spiegel, denn immer wenn ich da rein schaue, sehe ich nicht nur einen kommenden Diktator, sondern einen Menschen ohne Fehl und Tadel sowie eine Idee von einem Mann in allen Rollen, die er sonst so herausragend spielt.

Und überhaupt, wann ??? haben wir angefangen uns im Spiegel zu betrachten und es zu begreifen, dass wir uns selbst und nicht den Affen von nebenan als Spiegelbild sehen? (wir Menschen sind so sehr von den Spiegel überzeugt, dass wir einen s.g. Spiegeltest bei allen möglichen Tieren durchführen, um deren Intelligenz zu testen…übrigens schneiden dabei die Delfine  und die Tauben hervorragend ab) Sind die ersten Spiegel die Wasserpfützen in der afrikanischer Savanne gewesen? Und ist es dabei um Massensterben der Menschenaffen gekommen, weil sie das eigene Spiegelbild nicht ertragen konnten und dabei reihenweise, vor Angst und Schrecken, in den Tod kippten? Vielleicht lässt es sich ja auch genau damit erklären warum sehr viele Fossilien der Urmenschen nahe ehemaliger Wasserstellen rumliegen. Wer weiss.

Vermutlich ist es erst zur dieser hammerharten Evolution!!! Baby!!! (bitte englisch aussprechen oder denken) gekommen, weil wir uns ganz und gar nicht hübsch fanden, so behaart und hässlich wie wir waren. Und hier und da gab es sicherlich einen Affen, der narzisstisch genug war um sich so geil zu finden, dass er es sogar schaffte dies auch dem Weibchen beim Flirt einzureden und somit sich fortpflanzen und seine narzisstischen Gene weitergeben können. So laufen wir als Nachfahren der Narzisstenaffen nun vom Spiegel zum Spiegel und korregieren hier und da etwas unser äusseres Erscheinungsbild oder beneiden uns einfach selbst um unser selbst wegen. Wir lieben es sehr, wenn unser gegenüber uns ähnelt oder einfach nur die gleiche Haltung einnimmt. Willst du jemandem beim Vorstellungsgespräch gefallen, oder mehr Kohle bei der Gehaltsverhandlung raushauen, so spiegele doch die Haltung deines Gesprächspartners. Es wirkt Wunder. Wenn du aber Probleme in deinem Verdauungstrakt hast, und ein tieferen Einblick in deine innere Welt gewinnen willst, so kannst du es auch spiegeln lassen. Überall Spiegel…

Und so stand ich da, am Gipfel der Selbstverliebtheit, in ein Spiegel schauend, als mich meine kleine Philosophin fragte: „Papa, sind die da im Spiegel die Spiegelungen oder sind wir die Spiegelungen von denen da hinter dem Spiegel?“ Darauf konnte und wollte ich nicht so schnell antworten und bat höflichst um Geduld. Nach einer Weile begriff ich, dass mich meine kleine Philosophin in ein Hinterhalt lockte und dass ich da nicht so schnell wieder herauskommen würde (das Ergebnis habt ihr gerade vor euren Augen). Um erst einmal irgendwie sauber aus der Nummer zu kommen, antwortete ich Esel mit einer Frage, „was denkst du denn?“. Für sie war die Sache ganz klar, „Es hänge ganz davon ab auf welcher Seite des Spiegels man stehe“, sagte sie mir. PÄNG!!!

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Jam Sutton

Ganz verwirrt und nachdenklich hat sie mich da stehen lassen. Sie hat für sich das Thema abgeschlossen. Mein krankes Hirn aber verlangte nach mehr und es sollte schön rational sein.

„Ich habe das Recht, in Gedanken zu sein, wenn ich will.“

Lewis Carroll
(1832 – 1898), eigentlich Charles Lutwidge Dodgson, englischer Schriftsteller, Fotograf, Mathematiker und Diakon.

Quelle: »Alice Im Wunderland«, 1865

Ist es nicht irgendwann irgendwo in den Abhandlungen über Quantenmechanik niedergeschrieben worden, dass es sowas wie Quantenverschränkung gibt? (begebe mich gerade aufs Glatteis, aber sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit hat noch niemandem geschadet) Diese Geschichte ist völlig abgefahren. Die Quanten sollen so miteinander verschränkt sein, dass wenn man an einem Quanten auf dieser Seite des Spiegels rumschraubt, und der andere sich Abermilliarden von Lichtjahren hinter dem Spiegel befindet, schraubt man automatisch auch an dem Spiegel-Quanten mit und das in Überlichtgeschwindigkeit. Laut dem Einstein gibt es aber keine schnellere Geschwindigkeit in unserem Universum, als die des Lichts. Wer weiß, vielleicht existiert sie in den Paralleluniversen, deren Existenz nicht ganz ausgeschlossen werden kann. Wahrscheinlich ist das Quantengerät hinter dem Spiegel auch ein und das selbe wie das Gerät vor dem Spiegel, verbunden durch die uns unsichtbare Dimension. Was ist wenn ein Teil von mir oder gar Ich selber nur ein Produkt eines Schraubers bin, der an meinem Ich irgendwo in einem Paralleluniversum hinter dem Spiegel bastelt? Bin Ich dann der Verantwortung meiner Taten enthoben? Oder bin ich auch noch für das Spiegelich mit verantwortlich? Vielleicht weiß das Spiegelich um meine Existenz und jedes Mal wenn ich hier Müll verzapfe, rächt sich das Spiegelich an mir und umgekehrt belohnt es mich wenn ich mal wieder nett war. Ursache und Wirkung…

Es entstand jede Menge Wirrwarr in dem Neuronenknoten bei mir im Kopf und aus mir unerklärlichen Gründen bekam ich Appetit auf ein Spiegelei.

Spiegelei in Katzenform

Nach dem ich das Ei sehr fachmännisch zubereitete und im Anschluss verspeiste, dachte ich weiter nach. Eine Weile schweiften meine Gedanken hin und her. Der Knoten im Kopf verknotete sich immer weiter und alles was ich von dem Diesseits des Spiegels zu wissen glaubte (welch Ironie, denn entweder weiß man’s oder man glaubt’s…oder?…amen) wurde nur noch unschärfer.

Ich brauchte einen Fixierpunkt, denn langsam aber sicher entgleitete mir die Kontrolle über der Realität und eben diese begann Kontrolle über mich zu gewinnen. Es ist wie beim aus dem Fenster gucken im Zug oder einem Auto. Wenn man alles auf einmal zu sehen versucht und dabei die Augen nicht bewegt, verschwimmt alles um uns und wir sehen nur noch Bullshit. So fixieren die Augen einen bestimmten Gegenstand, wandern mit ihm mit, um dann, sobald er aus dem Blickfeld verschwindet, sofort zum nächsten Fixierpunkt zu springen. Unser Gehirn bastelt sich aus einzelnen Bildern dann das eine, scharfe Bild von der Kulisse da draußen.

Ähnlich ist es auch bei den Tauben. Nur leider können diese Ratten der Lüfte ihre Augen nicht so gut bewegen. (Komischerweise wissen diese gefiederten Bomber aber immer wo mein Auto steht und bedecken es tagtäglich mit Unmengen an Mist) Deswegen bewegen die Tauben beim Gehen, aber auch viele andere Vögel, ihren Kopf von einem Fixierpunkt zum anderen und nicken sich ihre Realität zusammen. Und ich dachte immer, die Vögel seien  einfach nur von Natur aus sehr positiv eingestellt und nicken als ein Zeichen der Zustimmung.

Wie auch immer.

So sehr ich mich mit dem Thema Spiegel und Paralleluniversen auch auseinandersetze, so viele Einzelbilder ich auch versuche zu einem Ganzen zusammen zu nicken um so unschärfer wird das ganz Große. Die Katze will einfach nicht aus dem Sack.

 

In dem Sinne…

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