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Was erlaube Realität?!

Eines Tages überraschte mich meine kleine Philosophin mit der Aussage, dass die Zahl 3 doch die Zahl 8 sei und die 8 die 3. Diese Ansicht vertrat sie in der Tat sehr überzeugend und vehement. Wie sehr wir alle sie zu überreden versuchten, wie schmackhaft wir ihr die arabischen Zahlen auch näher brachten so sehr sträubte sie sich dagegen. Am Ende der Diskussionen und unserer Überredungskünste stand fest, dass diese Zahlen nun neu definiert werden müssen. Die 3 war ab jetzt die 8 und andersrum auch. 

http://www.yogacolors.de/2011/10/16/yoga/zahlen-und-farbmethodik-der-chakras/

Und wieder einmal regte sich mein Denkmechanismus und die Zahnräder begannen sich erneut schmerzhaft und krächzend zu bewegen. Ich merkte, dass da oben noch sehr viel Sand im Getriebe war. Das Gehirnlikör lieferte gerade so viel Schmierung, dass das „normale“ Denken aufrechterhalten werden konnte.

Warum sind wir nur in unseren Denkmustern so gefangen und festgefahren? Es ist wahrscheinlich für ein Individuum auch sehr viel bequemer den festgetretenen Pfad nie verlassen zu müssen, denn abseits der Pfade lauern Gefahren, Ungewissheit und das Fremde. Vielleicht wartet auch der Tod höchstpersönlich auf Abwegen des Seins.

Die Dinge waren anscheinend schon vor mir da und es gibt auch für alles einen Namen. Rot ist rot und blau ist blau! Da ist nichts dran zu rütteln! Es gibt sogar Menschen für die jede einzelne Farbe einen individuellen Geschmack hat. In meiner Kindheit traf ich selbst einen Jungen aus der Nachbarschaft, der behauptete, dass das Gelbe von dem Ei anders schmecke als das Gelbe von dem Schnee, was ich ihm auch gerne glaubte und nie selbst getestet habe.

So stand nun alles fest und war definitiv definiert und irgendwo als unverständliche Definition hingeschrieben sowie in den Stein gemeißelt worden! Nicht, wenn es nach meiner kleinen Philosophin ging…

Nie zuvor fragte ich mich, ob die Dinge und alles in unserer unmittelbaren Umgebung der wirklichen Wirklichkeit entsprechen. Woher weiß ich, dass Wasser nass ist? Hat man es mir beigebracht, oder wusste ich es schon im Mutterleib? Habe ich es erfahren und begriffen, als es auf mich herabregnete? Ist denn nicht das meiste was wir in der Kindheit lernen durch Erfahrung geprägt? Wir verbrennen uns an der Herdplatte und wissen erst danach um den Schmerz und das die Dinge heiß sein können. Es ist ja nicht so, dass wir nicht gewarnt wurden. Aber die Alten erzählen ja eh nur irgendein Mist, was keiner hören will. Manch einer von den Alten behauptet sogar weise zu sein.

Nach und nach bekam die Wirklichkeit immer mehr Risse. Wenn schon die Zahlen nicht mehr stimmten, was hat denn dann noch Bestand? Ich begann mich zu fragen. Ist Rund wirklich rund? Nicht, dass es eckig ist und es wurde mir nur falsch beigebracht. Wie erfährt man die Rundheit? Warum heißt es eigentlich die Quadratur des Kreises? Also ist da etwas dran…Irgendjemand muss ja all das Wissen über die Dinge und den Lauf der Welt den ganzen Gelehrten beigebracht haben. Schließlich muss auch irgendjemand die Gelehrten dazu auserkoren haben uns den ganzen Kram beizubringen. Nur woher weiß ich, dass sich die Gelehrten nicht irren? Oder sind es die irren Iren die auf all die Fragen eine Antwort haben?

Da gibt es noch so eine Sache mit der Zeit. Jeder von uns scheint nicht nur seine eigene Uhr, sondern seit Einstein auch seine eigene Zeit zu haben. Meine Minute ist nicht gleich der Minute meiner kleiner Philosophin. Während ich mich für drei Minuten auf die Couch lege und etwas schlafe vergehen für meine sich ständig bewegende kleine Philosophin in Wirklichkeit dreißig Minuten. Meine Couch ist eine Zeitmaschine. Das wusste ich schon immer!

Sind die Träume, bis zu dem Moment als wir schweißgebadet aufwachen, nicht auch real? Oder gibt es nur einen einzig wahren Real und zwar den aus Madrid?

Unser Gehirn gaukelt uns sowieso ständig ein Trugbild von der Realität vor. Normalerweise würden wir durch die Brechung des Lichts über die Linse in unserem Auge die Welt da draußen auf dem Kopf sehen. Alles steht Kopf!!! Aber nein, das Gehirn dreht es ständig um 180 Grad um und wer weiß was es noch mit der Realität so anstellt.

Das abgefahrendste passiert aber in dem Mikrokosmos. Da scheinen die Grenzen der Realität und der Wahrnehmung völlig zu verwischen. Wir kennen ja alle den Zustand       “ bin am Leben“ und den Zustand „er ist tot“ ( wobei ist eigentlich nicht ganz rein passt, da man ist entweder oder man ist nicht). In der Physik der Quanten gibt es aber einen dritten Zustand. Man ist lebendig und tot gleichzeitig. Zugegeben, auch in unserem Makrokosmos erreichte ich und auch manch ein anderer Kamerad locker diesen Zustand. Das Komasaufen als eine Art Versuchsaufbau der Quantenphysik. Wie geil ist das denn! Dieser Zwischenzustand wird Superposition, oder in Anlehnung an das Gedankenexperiment des Physikers Schrödinger (der gemeinhin als Schrödingers Katze bekannt ist) Katzenzustand genannt. Verrückt, nicht wahr? 

Wie hoch ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass wir in einer Simulation leben? Sind wir vielleicht nur ein sehr schlecht programmiertes Sims Spiel mit sehr guter Grafik? Einiges spricht dafür. Wenn ich morgens kein Auto fahre und nicht im Stau stecke dann bin ich mir verdammt sicher, dass es eben diesen gar nicht gibt. Es entsteht doch erst, wenn ich da rein fahre. Davor ist es eine undefinierbare Leere oder eine Art Möglichkeit. Ähnlich verhält es sich bei einem Videospiel. Die virtuelle Wirklichkeit ist doch erst dann wirklich, wenn es sich sekundenschnell auf meinem Bildschirm aufbaut. Davor existiert es als eine Programmzeile die geduldig darauf wartet zu funktionieren. Und so wie in den Games, gibt es auch in unserer Realität Bugs. Guckt euch doch zum Beispiel den Trump an! Wie konnte er Präsident werden? Bin mir aber sicher, dass es bald einen bug-fixing geben wird.

Muss jetzt langsam Schluss machen, denn ich merke doch, dass ich zusehends an Realitätsverlust leide.

Werde mich zu diesem Thema noch auslassen.

In dem Sinne…

God bless America 

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