Allgemein · Baustelle · philosophie

Der göttliche Plan oder tote Planer planen (lügen) nicht.

Warum sind die Planer eigentlich meistens so planlos? Wie oft kommt es vor, dass ein Planer einen Plan hat? Wie und woraus entstanden die Planer? Und was verdammt noch mal hat es mit der Apokalypse zu tun?

Eines Tages, als ich bisschen Zeit und etwas falsches gegessen hatte, saß ich in meinem deckenhoch gefliestem Büro und blätterte in der Bibel rum. Die Bibel ist ein sehr blutrünstiges Buch voller Sex, Vergewaltigungen, Kindesmorde und Entführungen sowie Morde in ihrer allgemein verbreiteten Art. Es liest sich schwerer als so manches Buch ist aber sehr interessant, so ähnlich wie das Lied von Eis und Feuer, viele Buchstaben und Handlungsstränge.

Es geht, falls es jemand nicht kennt, um einen Typen mit Bart (könnte ich gewesen sein), der die Welt, das Universum und den Rest in sechs Tagen erschaffen hat und am siebten sich zur Ruhe setzte. Er fand die Welt so geil, dass er sie kurzerhand, aber erst nach dem da etwas Unruhe gab, wieder flutete. Anstatt reinen Tisch zu machen und einen Neustart zu wagen, beließ er ein paar Menschen und mehrere Paare Tiere am Leben, damit sich diese Bastarde vermehren konnten und so weiter. Da der Typ mit dem Bart eher schüchtern war (könnte ich sein) gab er dem Mensch die Spitze der Nahrungskette viel Eigenverantwortung und machte erstmal Urlaub auf Malle. Er machte sehr lange Urlaub. Ich meine wer soll denn diesem Typen, der alles erschaffen hat, ja wer soll es ihm verbieten?! Er erfand quasi den ganzen Urlaubsscheiss.

Währenddessen entwickelte sich die Welt zum Sodom und Gomorrha. Die Welt brannte mehrmals ab und der Teufel trieb überall sein Unwesen. Die ach so mächtigen Menschen brachten sich andauern gegenseitig um und opferten ihre Kinder irgendwelchen Götter. Es wurde sogar versucht einen Turm zu bauen, der hoch genug sein sollte um bis in die Exosphäre zu reichen. Alles scheiterte daran, dass es auf dieser wunderbar geplanten und geführten Baustelle an Dolmetscher mangelte. Die Profitgier trieb die Verantwortlichen dazu die billigen Arbeitnehmer aus dem Osteuropa und der Mongolei sowie China anzuheuern. Die sowieso schon bescheidenen Pläne wurden noch mal mehr missverstanden und so entstand eine Ruine der Vielvölkerei. Von da an wurden die Baubesprechungen immer wilder. Es wurde auf allen Sprachen der Welt geflucht, gedroht, verflucht und verklagt.

So trieb die Welt von einer Katastrophe in die andere. Viele falsche Propheten betraten und verließen ganz schnell die Weltbühne. Die Menschheit sehnte sich nach einem Planer, nach einem Messias, der die Baustelle Erde endlich zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten zu Ende führen konnte.

Da der bärtige Mann in seiner Abwesenheit, sich quasi im Urlaub befindend, die Gebete und Mails absichtlich nicht gelesen hat (könnte ich gewesen sein), sammelte sich alles in seinem Fach der immer fetter wurde. Wäre dieser Fach ein Mensch so könnte man ihn mit einem Durchschnittsamerikaner vergleichen. So fett war er. Der faule bärtige Mann (hatten wir schon) beschloss endlich doch das eine oder andere Gebet/Mail zu lesen. Am lautesten schreien die Menschen nach eben diesem Messias. Der bärtige Mann beschloss nun das Feuer "Messias" zuerst zu löschen und schickte seinen Boten Gabriel auf die Erde um die baldige Ankunft des neuen Planer / Messias persönlich der Architektin Maria zu verkünden. Da der Planer noch vor Weihnachten die Baustellenleitung übernehmen sollte wurde er prompt am ersten Weihnachtstag zur Baustelle gesandt.

Die meisten Taten des neuen Planers sind leider nicht in den Besprechungsprotokollen festgehalten worden. Er war noch sehr unerfahren, begabt, sehr sogar, er hatte eine Gottesgabe, nur mit dem Papierkramm hatte er so seine Schwierigkeiten. Seine späteren Baubesprechungen fanden sehr viele Zuhörer und waren sehr populär. Er redete zwar sehr viel und gerne, aber man merkte, dass dieser Planer einen echten Plan hatte und es auch durchzuziehen wusste. Außerdem gab es im Anschluss an jede Baubesprechungen reichlich was zu essen und zu saufen. Die zwölf Gewerkre, die sich um diesen Planer als ein fester Kern des Plans formierten begleiteten ihn bald überallhin.

Ein Gewerk war aber besonders tückisch und hatte es auch noch faustdick hinter den Ohren. Als der Termin der Fertigstellung immer näher rückte und das o.g. Gewerk nicht fertig wurde, beschloss der Vertreter von eben diesem dem Planer einen Strick draus zu drehen, dass er nichts schriftlich festhielt. Die scheinbar gutlaufende Baustelle wurde nun in ihrem Fortschritt verzögert, weil sich das eine Gewerk weigerte überhaupt Leute abzustellen und feuerte aus allen Kanonen eine Behinderungsanzeige nach der anderen. Dem Bauherren blieb also nichts anderes übrig und so musste er den Messias / Planer opfern um eben den weiteren Baustellenverlauf nicht zu behindern.

Und so wird an dieser Baustelle immer noch gebaut. Eine Unmenge an Ressourcen und an Firmen wurden verschlissen. Es haben sich seither viele Planer dran versucht. Das Planungsinstitut spaltete sich mehrmals und es wurde immer undurchsichtiger. Viel Papier wurde produziert und viel mehr Bauleichen. Keiner hatte seit der Opferung des Messiaplaners die Baustelle mehr im Griff.

Alles schrie nach Rückkehr des einen Planers. Alle Gebete und Mails gingen im CC oder mindestens im BCC immer noch an den besten Planer den es je gab. Und so hatte eines Tages einer, der zu viel in den alten Schriften gelesen hat, eine Vision.

Der Antiplaner wird sich zeigen. Er wird eine Schar von falschen Gewerken um sich sammeln. Auch der Messias / Planer wird wieder kommen. Es wird zu einer Endbaubesprechung kommen. Die Baustelle wird gereinigt und von dem ganzen Unrat befreit. Die alten guten Firmen werden ihre Auferstehung feiern und die schlechten werden in die Verdammnis der Insolvenz geschickt. Und der Bauherr wird ab dem Zeitpunkt an jeder Baubesprechung persönlich teilnehmen mit dem besten Planer an seiner Rechten. Und er wird über die Baubesprechungsprotokolle wachen und diese persönlich verfassen.
So sprach der Mann mit dem Bart!

In dem Sinne…

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